Es gibt mittlerweile so viele Superhelden-Spiele, dass sich die Riege ein eigenes Genre leisten könnte. Das Problem ist lediglich, dass die Titel meistens unter- bis durchschnittlich daherkommen und trotz der außergewöhnlichen Möglichkeiten einfache Actionspiele sind, die höchstens durch wenig oder keinerlei Kreativität auf sich aufmerksam machen. Dabei könnte man doch gerade durch einen Superhelden als Protagonisten so vieles anders machen, neue Wege gehen und die verschiedenen Genres zu einem neuen verschmelzen lassen. Prototype hat das vor kurzem immerhin in Ansätzen gezeigt. Mit Batman: Arkham Asylum steht uns nun eine weitere Lizenzversoftung ins Haus. Und nach der quasi Wiedergeburt des Dunklen Ritters auf der Leinwand, betrachteten viele Spieler mit gesteigertem Interesse die Entiwcklung des Titels. Ob das Spiel sich dabei in die qualitativ hochwertige Reihe der letzten beiden Filme einreihen darf oder ob uns einmal mehr eine Superhelden-Gurke erwartet, haben wir für euch abseits von Gottham City herausgefunden.
Joker macht Stress
Glücklicherweise steht das Gameplay der Story dabei in absolut nichts nach. Das Studio Rocksteady, das bisher lediglich durch den mittelprächtigen Actioner Urban Chaos: Riot Response bekannt wurde, hat sich in Sachen Leveldesign und Spielablauf nämlich selbst übertroffen.
In der Schlacht Mann gegen Mann offenbart Arkham Asylum sein wahres Potenzial. Die Kämpfe laufen unglaublich flüssig ab und lassen das Gamepad glühen.
Das ganze Spiel baut auf dem erläuterten Gegensatz Batmans auf. Zum einen ist er bärenstark, flink und gerissen, zum anderen aber auch verwundbar. So kann er es locker auch mit mehr als fünf unbewaffneten Flüchtlingen aufnehmen, sollte sich aber schleunigst verziehen, wenn die ersten Messer und Kugeln in seine Richtung fliegen. Das sorgt dafür, dass man immer auf der Hut sein muss und sich die Begegnungen mit einzelnen Gegnern oder ganzen Gruppen von Bösewichten unterschiedlich spielen. Manchmal kann man sich einfach in die Schlacht stürzen und das exzellente Kampfsystem genießen, dann wieder muss man durch taktisch kluges Vorgehen brillieren, sich anschleichen und Feinde leise ausschalten.
Der sogenannte Detektiv-Modus, den man per Knopfdruck akitiveren kann, steht einem dabei als hilfreiches Gimmick zur Seite. Während das Bild in ein schemenhaftes Blau getaucht wird, erkennt man bestimmte Hilfsmittel, wie Wasserspeier, Lüftungsschächte und Mauern, aber auch wie stark ein jeweiliger Gegner ist.
Neben der toll inszenierten Geschichte warten auch jede Menge Sidequests, sowie ein fordernder Herausforderungsmodus auf den Spieler.
Unbewaffnete Schergen werden dabei durch ihre grüne Färbung, mit Pistolen, Messern oder Elektroschockern ausgestattete Feinde durch eine rote Färbung gekennzeichnet. Dadurch wird schnell klar, wie man vorzugehen hat. Außerdem benötigt man den Detektive-Modus für einige der gut inszenierten Rätsel. Ist dieser aktiviert kann man beispielweise Fingerabdrücke an den Wänden besser erkennen oder auch schon einmal einer Alkoholfahne, die dann sichtbar wird, folgen. Wenn es also darum geht, bestimmte Figuren ausfindig zu machen, kann sich jener Modus als äußerst hilfreich herausstellen.
Im Gegensatz zu den meisten anderen übernatürlich starken Kraftprotzen verdient sich Batman seinen Titel als Superheld nicht durch einen so gut wie unverwundbaren Körper.
Batman ist aber dennoch viel mehr ein ganz normaler Mensch, zumindest im physischen Sinne. Seine Stärke? Antrainiert. Sein Geist? Angeboren und gepflegt. Seine Vorgehensweise? Clever. Diese drei Punkte lassen ihn über die Normalbevölkerung hinauswachsen und durch die Tatsache, dass er somit, bis auf seinen menschlichen Körper, keinerlei echte Schwachstelle, so wie andere Superhelden, aufweist, darf man ihm ebenfalls einen gewissen Vorteil gegenüber seinen Kollegen nicht absprechen.
Grafisch präsentiert sich Arkham Asylum nicht nur zeitgemäß, sondern extrem detailliert und wunderschön, auf eigene, düstere Weise.
Gotham City kann sich jedenfalls glücklich schätzen, einen solchen „Übermenschen“ in den eigenen Reihen zu haben, schickt sich der fiese Joker doch einmal mehr an, die Stadt zu vernichten. Seine Herangehensweise ist dabei auch dieses Mal genial: Zunächst bringt er Arkham Island, ein Gefängnis für besonders bösartige Subjekte vor der Küste von Gotham City, unter seine Kontrolle und will die Stadt dann mit ihrer Hilfe ins Chaos stürzen und letztlich dem Boden gleichmachen. Doch wir wollen nicht zu viel von der spannenden und wendungsreichen Geschichte preis geben, sie kommt allerdings gewohnt abwechslungsreich und fesselnd daher, so dass man allein wegen ihr bis zum Schluss wie gebannt am Pad sitzt.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen